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Im Oktober 2005 startet unserer neue Themenreihe: "Das Alter der Literatur".

Vom Alter war in letzter Zeit viel die Rede. Vom Überaltern der Gesellschaft, von den Lasten, die die Alten den Jungen aufbürden, vom Supergau der Sozial- und Sicherungssysteme. Das Ende der rosigen Zukunft scheint nahe. Wo früher das Waldsterben, der nahende Atomkrieg der Supermächte oder der Klimakollaps die Gesellschaft mit Endzeitbildern versorgte, bauen sich jetzt Imaginationen von überfüllten Altenheimen vor dem inneren Auge der Steuerzahler auf. Das lange Siechtum in den Händen von Ein-Euro-Job-Arbeitskräften ist das Szenario, mit dem Politik gemacht wird. Die Stimmung ist apokalyptisch. Aber nicht überall. Nicht auf dem Buchmarkt. Dort nämlich verkaufen sich Bücher über das Alter und die Verslumung künftiger Altersexistenzen prächtig. Einige Autoren haben sich ihre Renten mit der Angst vor der Mangelexistenz gesichert.

Lit05.de will diese Debatten nicht weiterführen. Aber wir wollen nach etwas fragen, was darin ausgespart wurde: nach dem Alter der Literatur und nach der Poesie des Alters. Welche Bilder vom Alter machen wir uns derzeit? Wie funktionieren diese Bilder? Welche Erzählungen entspinnen sich um diesen Zustand? Gibt es eine neue Poetik des Alters? Und wie bestimmt die Poesie des Alters unser Handeln, unsere Lebenskonzepte, unsere Selbstentwürfe? Welche Rolle spielt das Alter auf einem Buchmarkt, der von der Jugend der Debütanten begeistert ist, aber von den Erfolgen der Alten am Laufen gehalten wird? Welche Bilder vom jungen und vom alten Schriftsteller kursieren? Was verbinden wir mit dem Alter der Literatur: Weisheit? Alterswitz? Vollendung? Einfallslosigkeit? Senilität? Wer sind die ‚jungen Leser’, die der Buchmarkt an sich binden will und die die Bildungspolitik im liefern möchte? Und: Können sie mit der alten Literatur etwas anfangen? Brauchen wir eine junge Literatur?

lit05.de hofft auf Beiträge, auf Skizzen, Snapshots, Analysen, Essays, Rezensionen, Porträts, Gesprächen mit Experten etc.

Wer an der Universität Hildesheim oder der Humboldt-Universität zu Berlin studiert und bei der neuen Ausgabe mitmachen will, ist herzlich willkommen. Folgendes ist zu beachten:

1. Bis zum 15. Juli 2005 müssen Exposés zu einzelnen Projekten bei der Redaktion eingegangen sein. Umfang: 1500 Zeichen. Wer, was, wie, warum, These. Per Mail an expose@lit05.de.

2. Von der Redaktion kommt dann eine Rückmeldung. Das Projekt wird gemeinsam problematisiert und, wenn es angenommen wird, fixiert: Länge, Form und – wichtig! – Abgabetermin.

3. Der fertige Text wird dann von der lit05.de-Redaktion gemeinsam mit dem Autoren bzw. der Autorin lektoriert, redigiert und korrigiert. Oder einfach nur gefeiert.

4. Wenn der Text dann wie besprochen abgeliefert wird – mit Angaben, mit Bildern etc. (siehe >>style sheet!) – erscheint er im der neuen Themenreihe auf lit05.de.

5. Die Autoren werden mit Bild und Adresse auf der Mitarbeiterseite von lit05.de präsentiert.

Selbstverständlich behält sich die Redaktion vor, Exposés und Texte abzulehnen – aber wir tun alles für das Gegenteil.

P.S. In den Regalen des Hypermarchés ist im Übrigen immer Platz für Neuzugänge!




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