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Provinz ist überall. Seit der Antike spielt sie eine rühmliche bis unrühmliche Hauptrolle in den Literaturen der Welt.
In der Provinz herrscht der Barbarismus wie im Mittelalter, wo man in den Dörfern nur unzivilisierte Idioten und in den Wäldern nur Monster, Riesen und Feen antrifft; die Provinz wird idealisiert zum Ort der Idylle in der Schäferdichtung des 17. Jahrhunderts; sie beschützt die Unschuld im Roman des 18. und 19. Jahrhunderts; und sie verkommt zum Ort des dumpfen Ressentiments, der Engstirnigkeit, der geistigen und emotionalen Kasernierung im 20. Jahrhundert.
Ohne Provinz geht es nicht! Sie ist das andere, die Alternative zur Stadt, zum Hof, zur großen weiten Welt, im Guten wie im Schlechten. Und manchmal ist sie auch einfach nur das Spiegelbild der Metropolen, die Kehrseite der urbanen Selbstverliebtheit.
Ob nun Provinz als öde Tristesse, als blühende Landschaft, als Hort der Unschuld oder der Ignoranz – wir haben sie: 10.000 Jahre Literaturgeschichte der Provinz in Bruchstücken, in Romanen, in Dramen und in Erzählungen. Voll bis obenhin mit Provinz. Jeden Monat neu. Jeden Monat auf lit04.de.
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