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Hypermarché

lecture automatique

Man hängt ja an sämtlichen Bahnhöfen der Republik ab, nachts, und wartet. Man lungert wartend herum in Hotel-Foyers, in Theater-Foyers, in Pausenhallen usw. und wünscht sich man wäre in Berlin. Nee, jetzt nicht weil Ute und Peter von nebenan auch schon längst da sind, wegen Studieren und Kunst und so, sondern weil ab jetzt der berliner Sukultur-Verlag mit der Firma Quickland kooperiert. Und hundsgewöhnliche Vendingautomaten mit Leseheften bestückt. File under: alternative Vertriebsstruktur. 1 Euro pro Exemplar. Undergroundiger Stoff drin, und aussenrum so angetan, dass die Hefte jeden Reclam-Look-Alike-Wettbewerb locker für sich entscheiden würden. Da kann der gute alte Wurlitzer am Bahnsteig von Kuhschnappel nur noch vor Neid erblassen. Wäre man in Berlin, man wartete automatisch besser. Man hat sich schon die gesamte Taschenbuchausgabe von der "Suche nach der verlorenen Zeit", die man im Rucksack mitführt, eingespeist, doch woher Nachschub nehmen, wenn der Zug erst in drei Stunden kommen wird? Das ist in Berlin keine Frage.

Info unter www.satt.org/sukultur/automatenseite



Bastian Winkler , © lit03.de, 2004